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TaktLwG 73 "Steinhoff - JaboG 35 - JG 73 (F-4F)

Teil 1: 1975-1997

 - TaktLwG 73

Zusammenfassung:

Autor:Daniel Kehl
Verlag:Airdoc
ISBN:978-3-935687-24-9
Erscheinungsjahr:2019
Sprache:Deutsch & Englisch
Inhalt:
  • Softcover, 64 Seiten
  • Ca. 120 Fotos, s/w und farbig
  • englisch/deutscher Text
  • englische/deutsche Bildunterschriften.
Preis:16,95 Euro

Besprechung:

 - TaktLwG 73 "Steinhoff - JaboG 35 - JG 73 (F-4F)

Nachdem die deutsche Bundesregierung im Jahre 1971 die Beschaffung des Waffensystems F-4F Phantom II beschlossen hatte zeichneten sich tiefgreifende Veränderungen beim Jagdgeschwader 73 ab, welches zum damaligen Zeitpunkt als Leichtes Kampfgeschwader 42 mit der Fiat G.91 ausgerüstet war. Die Umrüstung auf das neue Flugzeug war für 1975 vorgesehen und stellte das Geschwader vor große technische Herausforderungen. Im Vergleich zur "Gina" war die F-4F ein hochkomplexes und technisch sehr anspruchsvolles Waffensystem. Viele der für den Betrieb notwendigen Einrichtungen und baulichen Voraussetzungen mussten erst noch geschaffen werden. So setzte bereits 1973 eine rege Bautätigkeit auf dem Fliegerhorst Pferdsfeld ein. Die Personalstärke musste von 400 auf 800 verdoppelt werden. Die Umschulung bzw. Ausbildung der Piloten fand in den USA statt und dauerte bis März 1976. Der Flugbetrieb mit der F-4F lief bereits im Juli 1975 an. Die Ankunft der Phantom mit ihren beiden Nachbrennertriebwerken hatte auch direkten Einfluss auf die Bewohner der umliegenden Gemeinden. Die beiden zum Fliegerhost nächstgelegenen Dörfer wurden sogar komplett umgesiedelt. Die Umbennenung von LeKG 42 zum Jagdbombergeschwader 35 erfolgte am 01.04.1975.

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Rund 22 Jahre dauerte die Phantom-Ära in Pferdsfeld. In dieser Zeit wurden mehr als 150.000 Flugstunden auf der F-4F erzielt, bei einer äußerst geringen Unfallrate. Das Geschwader nahm über Jahre hinweg erfolgreich an zahlreichen nationalen und internationalen Übungen und Wettberwerben teil. Zwar wurde das Jagbombergeschwader 35 1995 aufgelöst, das war aber noch nicht das Ende der Phantom-Präsenz im Hunsrück. Vielmehr wurde das Geschwader in das 1993 neu gegründete Jagdgeschwader 73 eingegliedert, welches einen gemischten Verband aus F-4F und MiG-29 darstellte. Die Pferdsfelder Phantom bildeten den "Jagdgeschwader 73 Anteil F-4F" und verblieben zunächst in Pferdsfeld. 1997 erfolgte dann die endgültige Verlegung nach Laage. Am 03.Juli 1997 wurde Pferdsfeld durch den Inspekteur der Luftwaffe offiziell stillgelegt.

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Das 64-seitge Heft ist eine chronologische Fortsetzung des hier auf Modellversium ebenfalls vorgestellten Teil 1 der wechselvollen Geschichte dieses Geschwaders (sogar die Seitenzahl wird fortgeführt ;). Das bekannte Format dieser Heftreihe wird auch hier konsequent angewendet, d.h. zweisprachiger Text in Deutsch und Englisch, die Aufteilung in Kapitel mit vorangestellten reinen Textseiten und anschließender Bildergalerie. Die ebenfalls zweisprachigen Bildunterschriften sind sehr ausführlich und informativ. Das Heft ist grob in drei Kapitel aufgeteilt, der erste Teil des Heftes behandelt die Zeit von 1975 bis 1979, gefolgt von den 1980er Jahren und schließlich die Pferdfelder Endphase von 1990 bis 1997. Dazwischen wird auf jeweils 2 Seiten auf die durchgeführten Kampfwertsteigerungen eingegangen.

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Auch bei desem zweiten Teil zur Geschwaderchronik des JG 73 stehen die Bilder für mich eindeutig im Vordergrund. Der Autor hat wieder tief (und erfolgreich!) in zahlreichen, zumeist privaten Archiven gestöbert und eine sehr schöne Auswahl für uns zusammengestellt. Im Gegensatz zum ersten Teil sind hier deutlich mehr Flugzeuge in Ganzaufnahme abgebildet, von den Bildern die den Alltag auf dem Fliegerhorst zeigen sind nicht mehr ganz so viele enthalten. Die Bildqualität ist auch hier wieder sehr gut, mit den üblichen drei bis vier Fotos pro Seite. Rund ein Fünftel der Aufnahmen sind Schwarz-Weiss. Was mir in diesem Heft (und auch sonst in dieser Reihe) fehlt ist sowas wie eine Zusammenstellung aller Maschinen die über die Jahre zum Geschwader gehörten. Klar kann man sich das heutzutage auch im WWW zusammmensuchen, aber als Anhang wäre das hier sicherlich sinnvoll gewesen.

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Fazit:

Ein hervorragend gemachtes Heft mit zahlreichen erstklassigen und sehr sehenswerten zeitgenössischen Aufnahmen. Für den geschichtlich interessiertren Leser gleichermassen interessant wie für den Modellbauer.

Weitere Infos:

Anmerkungen: Erhältlich sind diese Hefte direkt beim Verlag oder im Erscheinungszeitraum auch im Bahnhofsbuchhandel 

 - TaktLwG 73

Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 21. Februar 2020

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