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Windwalker

von Thomas Lutz (1:24 verschiedene Hersteller)

Windwalker

das „wahre“ Bike ....

Die Legenden erzählen von Windwalker, der mit dem Wind über Mutter Erde weht und der Wache hält über sein Volk;

Biker Kenitai auf dem Weg zu den letzten Dosen des Dr. Pepper, über die weiten Pfade seiner Ahnen, durch das kaputte Land in der Zeit nach dem „Großen Doing“ ...

In der Königsklasse des Plastikmodellbaus (Ohhh, 35´er und 72´er verzeiht mir), also im Maßstab 1:24 gab es lange Jahre keine Motorcycles. In den 70´igern stellte Entex einige schöne Modelle her, Revell hatte eine Harley im Programm und von Anderen gabs in den 80´igern Enduros als Beilagen von Vans und Pickups. In letzter Zeit werden neue Rennmaschinen aus dem Grand Prix-Zirkus angeboten als Fertigmodelle und Bausätze. All diese Modelle waren für mein Vorhaben ein „echtes“ Bike (das ist bestimmt im Sinne von Horst Rössler) für wenig Geld zu bauen nicht verwendbar.

Scratchbuilding nennen es unsere Freunde hinterm großen Teich, wenn der Großteil eines Modells selbst hergestellt werden muß. Zwei Spielzeug-Motorräder im angeblichen Maßstab 1:24 aus den Ländern des Ostens hatten vor Jahren den Weg zu meiner Vitrine gefunden. Ein solches Spielzeug-Motorrad bildete den Ausgangspunkt zur „Windwalker“.

Windwalker

Das abgebildete Motorrad wurde zunächst in seine einzelnen Bestandteile zerlegt, aber nur noch Rahmen, Motor, Gabel und Vorderradfelge fanden weiterhin Verwendung.

In der Grabbelkiste ( Wort aus der Modellbauersprache = Ersatzteilkiste) fanden sich weitere geeignete Anbauteile wie Schläuche, Zündverteiler, Anlasser, Bremspedal, Schaltgestänge, Fußrasten, Kühler, Scheinwerfer, Streben und Verkleidungen. Der, mit Absicht extra, zerbeulte Tank wurde aus verhärteter Knetmasse geformt und mit Flüssigkunststoff und einer Schicht aus Sekundenkleber überzogen. Die Scheibenbremsen am Vorderrad wurden mit einem Minibohrer zu belüfteten Scheiben umgestaltet; der Kupplungszug und der Bowdenzug für die Vorderradbremse bestehen aus Kunststoffleitungen eines Trailerbausatzes von AMT. Die Bowdenzüge wurden mit Schrumpfschlauch an der Gabel und dem Lenker befestigt. Der Vorderreifen stammt von einem anderen Spielzeug-Motorrad (kaputte Spielzeugfahrzeuge, die mir meine Kinder zur Endverwertung schenken, werden jeweils vor der Entsorgung noch ausgeschlachtet). Der Sitz besteht aus echtem Leder und wurde aus einem alten Geldbeutel geschnitten. Der Schalthebel und die Fußbremse rechts sind verkleinerte Pedale, ebenfalls aus der Grabbelkiste. Hinterradfelge und der Breitreifen stammen von einem Automodell. Der Reifen wurde an den Seiten angeschliffen und die Kanten abgerundet. Die Hinterradachse ist ein schwarzer Flachkopf-Metallstift, die Achsabstandshülsen bestehen aus Wattestäbchen-Röhrchen. Der Lenker wurde aus Lötdraht gebogen und mit Sekundenkleber an der Lenkaufnahme fixiert, Brems- und Kupplungshebel sind gekürzte Achsstreben. Einen Schriftzug oder ein Markensymbol wird man vergeblich suchen, schließlich ist Biker Kenitai ein sogenannter american Native mit Ehre und hat an seinem Bike keine Teile von Reistransporterm angebaut, sondern nur die besten Brocken von Harley, Buell, Titan oder Indian. Hinten über dem Sitz liegt eine blaue Decke, die aus Papiertaschentuch geformt wurde. Aus diesem Material besteht auch die Packtasche auf der Vorderradgabel. Die beiden langen Abgasrohre sind kleine Stahlröhrchen und haben keine Schalldämpfer oder fahren Sie einen Charger mit Holzrädern?

Windwalker

Die Figur des Kenitai wurde der Windwalker speziell angepaßt. Die Bemalung der Lederhose erfolgte mit lederhaltiger Farbe, der Lendenschurz besteht aus Stoff, der Poncho ist aus doppellagiger Mullbinde hergestellt und mit typischen Farben der Plains-Indianer bemalt. Der türkise Schal wurde aus einem Papiertaschentuch gefaltet. Die glänzende Farbe des Helms ist Achat-Metallic von einem VW-Lackstift. Alterung und Bemalung erfolgten wieder im Drybrushing-Verfahren mit unterschiedlichen Farben und Farbtönungen. Am Besten beginnt man dabei mit der dunkelsten Farbe und hellt dann nach und nach auf.

Fazit:

Werden keine „echten“ Bikes angeboten bauen wir eben selbst eine Maschine und vielleicht kommt ja erst das Modell und dann das Original?

Autos (Äähhhh) Bikes mit Charakter ....wo auch immer Modelle gebaut werden

Thomas Lutz,
stockcarmodels.weebly.com

Publiziert am 18. Mai 2004

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