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LKW 5t milgl MAN Typ 451 (Pritsche, ohne Winde)

Variante Tankfahrzeig 2 x 2.300 L

von Hauke Ahrendt (1:35 Revell)

Das Vorbild

Dargestellt ist ein 5t-Pritschen-Lkw der „Nachfolgegeneration“ mit frühem Tankrüstsatz TA 2x2300 L mit Pumpe. Das taktische Zeichen weist das Fahrzeug dem Versorgungs-Btl. 130 der PzBrig 13 zu, die zur 5. PzDiv gehörte.

Der Pritschen-Lkw 5t mil gl ist ein MAN Typ 451 (ohne Seilwinde) und verfügt über einen 4x4 Antrieb, der durch einen 190 kW leistenden KHD-Dieselmotor BF 8 L 413 F angetrieben wird. Die Pritsche ist 5.010 mm lang. Es gab in einer deutlich größeren Stückzahl auch den Typ 461, der optisch gleich war, jedoch über eine 5t-Seilwinde verfügte und als Lkw 5t mil glw bezeichnet ist.

LKW 5t milgl MAN Typ 451 (Pritsche, ohne Winde)

Die weitverbreiteten Lkw der so genannten „Nachfolgegeneration“ wurden ab Mitte der 60er Jahre zehn Jahre lang durch ein Konsortium verschiedener Lkw-Hersteller entwickelt. Ziel war die drastische Reduzierung der Nutzlastklassen von acht auf fünf und die Vereinheitlichung der Fahrzeuge.

Die Lkw der Gewichtsklassen 5, 7 und 10t sind dem Konzept der Nachfolgegeneration folgend als Baukastensystem ausgeführt, um möglichst viele Bauteile baugleich und austauschbar zu halten, was die Herstellung und Instandsetzung vereinfacht.

Schließlich erhielt 1975 MAN als Generalunternehmer den Auftrag für die Fertigung der weithin bekannten 5t-Lkw, die der Truppe in einer Stückzahl von ca. 3540 zwischen 1976 und 1985 zugeführt wurden. Darin enthalten sind fast 1500 Ausführungen des Typs 451. Eine zweite verbesserte Serie mit dem Zusatz A1 folgte von 1986-1993, die auch eine Luftverladefähigkeit beinhaltete.

LKW 5t milgl MAN Typ 451 (Pritsche, ohne Winde)

Für die 5t-Pritschen-LKW stehen zur Erweiterung der Nutzungsfunktion verschiedene Rüstsätze im Einsatz, die diese Fahrzeuge für verschiedene Anwendungen spezialisieren.

Eine Funktion ist die des Tankfahrzeugs. Jeder, der beim Bund war, hat das Fahrzeug in dieser Verwendung sicher mal in einer Betankungsübung erlebt.

 

Neben der hier dargestellten frühen Ausführung des Tankaufsatzes mit zwei kleinen gekoppelten Behältern wird der 5-Tonner auch mit der späteren 4.600 L Tankversion eingesetzt. Beide Varianten werden mit Ausnahmegenehmigung betrieben, da das zulässige Gesamtgewicht leicht überschritten ist.

LKW 5t milgl MAN Typ 451 (Pritsche, ohne Winde)

Weiterhin wird der MAN 5t auch als Gruppenfahrzeug für Pioniere mit Rüstsatz unter Plane und für Taucher mit aufgesetzem Container verwendet.

Als Sonderausführung ist der MAN 5t als Trägerfahrzeug für das FERA-Radar der Raketenartillerie-Truppe verwendet worden, verfügt dazu aber über einen speziellen Aufbau anstelle der Pritsche. Diese Ausführung ist von Peter Jakob so hervorragend gebaut und hier auf MV präsentiert worden.

Die MAN 5t sind weiter in der Nutzung, teilweise sind nachgerüstete gepanzerte Fahrerkabinen im Einsatz (die gibt es übrigens auch bei Y-Modell). Sehr interessant, treffen aber leider nicht meinen darzustellenden Zeitrahmen).

LKW 5t milgl MAN Typ 451 (Pritsche, ohne Winde)

Das Modell

Wieder ein „Phönix aus Asche“-Modell. Grundlage für mein Modell war ein Blick in meinen „Schrott-Karton“, in dem noch Trümmer einiger Fahrzeuge liegen, für die ich mir zumindest in Teilen eine weitere Verwendung vorstellen konnte. Neben meinem „Franziska“-Modell und allen Elite-Bausätzen befand sich auch noch der hier in der Galerie gezeigte MAN 7t, von dem ich aus dem damaligen Trümmerfeld noch viele Teile identifizieren und zusammentragen konnte, so dass der Bausatz, zumindest was die Teile betrifft, größtenteils komplett war.

LKW 5t milgl MAN Typ 451 (Pritsche, ohne Winde)

Zusätzlich hatte ich noch die übrig gebliebenen Spritzbäume aus dem Bausatz, den ich als Ersatz gekauft habe, um die durch Zerstörung entstandene Lücke zu füllen. Diese Spritzbäume beinhalten einige Fahrwerksteile (vermutlich für die 10t-Version) und kompensierten in diesem Trümmerhaufen verlustige Teile im Bereich des Rahmens und der Achsen.

Weiterhin habe ich mir den Tankrüstsatz von Y-Modelle beschafft. Dieser beinhaltet auch die Ladebordwände für den 5-Tonner.

LKW 5t milgl MAN Typ 451 (Pritsche, ohne Winde)

Erster Schritt war das Kürzen der Pritsche anhand der neuen Ladebordwände, um die dem 5-Tonner entsprechende Länge zu erhalten. Glatter Schnitt und den Stoß so gelegt, dass dieser später unter dem hinteren Tank liegt. Somit ist er zum größten Teil abgedeckt. Auch sind so alle relevanten Halterungen für die Staukisten usw. an den entsprechenden Stellen erhalten geblieben. Anschließend habe ich den gebrochenen Rahmen instandgesetzt, und dann entsprechend gekürzt. Der Rest ist Frickelei, um die kaputten Teile zu ersetzen, außerdem mussten die Kardanwellen verlängert werden. Ansonsten ist noch ein 7t-Ätzteilesatz von Eduard verwendet worden, um das Ganze etwas aufzuhübschen.

Den Abschluss bildeten der Reifensatz und die MG-Lafette von MR. Das ganze hat vier Tage gedauert. Aber da es zur Zeit weder den 5t- noch den 7t-MAN zu kaufen gibt, war also der einzige Weg eine Resteverwertung, um einen MAN 5t zu erzeugen.

Der Anteil nicht mehr zu verwendender zerstörter Bausätze sinkt also zwischendurch auch mal wieder.

LKW 5t milgl MAN Typ 451 (Pritsche, ohne Winde)

Die Tankanklage von Y-Modell

Die Tankanlage von Y-Modell besteht aus Resin und ist absolut ohne Blasen gegossen. Das gilt auch für die Kleinteile. Es ist erst mein dritter Bausatz von Y-Modell, hat aber die gleiche Qualität wie die 20 mm Flak und die Fm-Kabine. Das ermuntert mich, demnächst auch die kürzlich erschienene Zwillingsflack zu kaufen. Vergleichbare Qualität kenne ich so nur von Perfect Scale, fast aber glaube ich, dass der Guss von Y-Modell noch einen Tick besser ist.

Der Bausatz beinhaltet alles, das man benötigt, inkl. der zuvor erwähnten offenen Ladebordwände. Diese sind sauber und verzugsfrei, leider fehlen die Ösen für die Planenzurrleine. Einziges weiteres kleines Manko ist, dass die Pumpenanlage wie im Transport üblich mit einer Plane abgedeckt dargestellt ist. So kann man aber leider keinen Einsatz in einer Betankungsszene darstellen.

 

LKW 5t milgl MAN Typ 451 (Pritsche, ohne Winde)

Zunächst war dies von Y-Modell allerdings auch anders geplant, unterblieb aber aus Zeitmangel, es sollte nämlich eine offene Pumpenanlage Bestandteil des Modelles sein. Für die Zukunft besteht aber die Aussicht, dass eine betriebsbereite Pumpe inkl. Betankungs-/Bedienpersonal nachgelegt wird, so Herr Köditz von Y-Modell.

Wer darauf nicht warten will: Ausreichend Fotos zu der Anlage finden sich ja unter anderem bei den Referenzen von www.panzer-modell.de.

LKW 5t milgl MAN Typ 451 (Pritsche, ohne Winde)

Das Modell baut sich einfach und eindeutig. Ich habe dann natürlich aber wieder einen Fehler gemacht. Die runden Deckel zum Schutz über den Betankungsstutzen auf den Tanks sind später nachgerüstet worden, zur gelboliven Zeit waren diese Ast-Abweiser noch nicht vorhanden. Als ich das gemerkt habe, da war bei mir wieder mal alles zu spät.

Durch diesen tollen Rüstsatz  ist so eine besondere Variante des 5-Tonners möglich, in jedem Fall besser, als die Revell-Plane mit der leeren Ladefläche.

Das Ganze hat aber auch einen stolzen Preis von über € 50,--. Dafür sind aber auch Ätzteile für die Gefahrstoffschilder, Zurrmittel und ein umfangreicher Decal-Satz enthalten.

Großes Lob dafür, das ist nicht alltäglich bei Resin-Bausätzen.

Und noch ein Lob zum Service: Ich habe beim Lackieren die Decals der Tanks verbockt. Eine kurze Anfrage, und schon war Herr Köditz ohne Umschweife bereit, mir kostenfrei einen Ersatzbogen Decals zu senden. Das ist auch nicht üblich, zumal es meine eigene Schuld war. Auch an dieser Stelle meinen Dank dafür. 

Lackierung: Airbrush mit Revell 42 Gelboliv, unter Beimengung von etwas 57 Grau und wenig 88 Ocker.

Decals: Y-Modell und Grabbelkiste. Die Gefahrgutkennung und Angabe des Brennstoffinhaltes geschah nach Fotos vom Anfang der 80er, deckt sich also nicht ganz mit der Anleitung von Y-Model. Hier ist eine Markierung aus späterer Zeit dargestellt. Aber es waren auch in der früheren Zeit nicht alle Tanks einheitlich gekennzeichnet, wie ich auf verschiedene Fotos gesehen habe.

Hauke Ahrendt

Publiziert am 06. Juni 2013

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